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Du musst das nicht mehr selber machen. Du weißt es nur noch nicht.

4 Min. Lesezeit

Jeden Monat dieselbe Excel-Tabelle neu anlegen, Tage eintragen, Stunden rüberkopieren. Kennt man. Muss man aber nicht mehr. Kurz die KI anschmeißen, beschreiben, was man braucht, und man hat ein fertiges Tool. Das kann man direkt weitergeben, und es läuft einfach.

Wer jeden Tag mit KI arbeitet, macht das in ein paar Minuten. Bei allen anderen taucht das wahrscheinlich gar nicht erst als Option auf.

Man denkt, alle wissen Bescheid

Wenn man sich jeden Tag mit KI beschäftigt, kommt einem das irgendwann völlig normal vor. Man lagert ständig Sachen an Agents aus, baut sich Tools für alles Mögliche, und überall, wo man hinschaut, geht's um neue Modelle und neue Features. Da geht man irgendwie automatisch davon aus, dass alle ungefähr wissen, was gerade möglich ist.

Tun sie aber nicht. Man sitzt da ziemlich in einer Bubble und merkt's nicht mal. Spätestens wenn man mit Leuten redet, die nicht jeden Tag damit arbeiten, fällt einem auf, wie weit das auseinanderliegt. Aus dem Bauch raus würde ich sagen: 95 % wissen gar nicht, was KI heute schon kann.

Eigentlich auch kein Wunder. Die Modelle sind inzwischen so mächtig, dass man selbst kaum noch auf dem Schirm hat, wofür man sie alles benutzen kann.

Was heute schon geht

Ein Beispiel: Ich wollte auf einem Bild eine bestimmte Stelle markieren, hab's dem Modell kurz beschrieben, und es hat sie markiert. An der richtigen Stelle. Wirkt wie eine Spielerei, aber dafür muss das Modell verstehen, was auf dem Bild ist und wo genau das sitzt, was ich meine. Und das geht noch weiter: Foto von einem Bauteil, einem Auto oder einer Wand rein, "Siehst du da Schäden?", und das Modell markiert Kratzer, Risse, Dellen oder Rost. Früher war das ein eigenes Projekt mit extra trainiertem Modell. Heute ist es ein Satz im Chat.

Und so geht das quer durch den Alltag:

  • Texte: Widerruf für einen Vertrag schreiben? Kann man sich fünf Minuten hinsetzen und überlegen, wie man das formuliert. Oder man sagt kurz: "Schreib mir mal den Widerruf für XY."
  • Dokumente: Ein PDF-Formular bauen, ohne sich in irgendein Programm einzuarbeiten.
  • Organisatorisches: Mails aufräumen, Kalender checken, Sachen raussuchen.
  • Freizeit: Im Urlaub schnell eine kleine Tour planen lassen.
  • Eigene Software: Mini-Tools wie eine Zeiterfassung, eine eigene Blog-Website oder mein kleiner Workspace, in dem ich mehrere Projekte manage und mit Coding Agents arbeite. Alles Sachen, die früher Tage oder Wochen gedauert hätten.

Die alte Denke

Was viele noch im Kopf haben: Das muss ich selber machen. Das muss ich selber wissen. Da muss ich mich erst einarbeiten.

Muss man halt nicht mehr. Im Groben sollte man schon wissen, was man tut, aber nicht mehr jedes Detail. Die eigene Rolle verschiebt sich: weg vom Selbermachen, hin zum Fragen, Prüfen und Entscheiden.

Und das Prüfen gehört da wirklich dazu. Die Modelle liegen auch mal daneben, die Richtung stimmt aber meistens. Also nicht blind übernehmen, sondern draufschauen, nachhaken und im Zweifel nochmal fragen. Das geht immer noch deutlich schneller, als sich alles selbst zu erarbeiten.

Klar, irgendwo hört's dann auch auf. Wenn's um richtig große, komplexe Systeme geht, mit vielen Schnittstellen und Abhängigkeiten, die über Jahre wartbar und erweiterbar bleiben sollen, dann braucht's schon jemanden, der weiß, was er da tut. Aber für so ein kleines Tool im Alltag? Da reicht's völlig.

Und jetzt?

Mir geht's nicht darum, dass jetzt jeder alles mit KI machen muss. Aber es lohnt sich, mal kurz innezuhalten: Wo quäle ich mich noch durch Sachen, die ich in ein paar Minuten abgeben könnte? Und was mache ich eigentlich nur so, weil ich's halt immer so gemacht hab?

Beim nächsten Mal, wenn man sich denkt "Boah, das muss ich jetzt wieder von Hand machen": einfach kurz die KI fragen, ob's nicht auch anders geht. Meistens geht's.

Und wo das Ganze mal hinführen könnte? Da hab ich so meine Vorstellungen. Dazu dann mehr im nächsten Post.


PS: Auch diesen Text hab ich wieder mit KI erarbeitet. Wie beim letzten Mal hab ich einfach drauflos erzählt und mich dann von Claude interviewen lassen. Da kommen Fragen, auf die ich selbst nicht gekommen wäre. Die Gedanken sind trotzdem meine. Ich hab mir nur die Tipparbeit gespart.

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